Verhaltensprüfung und CAC 2017


Samstag, 9. September 2017, die emsigen Vorbereitungen der letzten Wochen für die Veranstaltung haben ein Ende und das Fest kann beginnen:

 

Drei große Ringe sind abgesteckt und mit allen Utensilien, die die Körmeister benötigen, ausgestattet. Auf der Terrasse riecht es nach Kaffee, Rührei und frischen Brötchen. Unsere Gäste treffen ein, es sind letztlich 29 Hovawarte mit ihren Menschen erschienen, die in Verhalten II, III, IV geprüft werden oder die Körung ablegen sollen.

 

Die Stimmung ist entspannt, sehr ruhig ist es auf dem Platz und ebenfalls ruhig gehen auch die Körmeister Annette Grommé, Alexandra Rickens, Harald Eickhoff, die Anwärterinnen Martina Heldt und Sonja Grommé sowie Zuchtwartin Anja Sendes-Domin die Prüfungen an.

 

Zuerst wird der Phänotyp sorgfältig beurteilt und schließlich festgestellt, dass es sich in allen Fällen um richtige Hovawarte ohne zuchtausschließende Fehler handelt.

 

Nach der Mittagspause, in der sich die (menschlichen) Teilnehmer und das Richterteam mit der bekannten Niederelvenicher Currywurst und anderen Leckereien aus der Sommerküche stärken konnten, beginnt die eigentliche Verhaltensprüfung. Während Anja in Ring 1 die Verhaltensprüfung II der fröhlichen und unerschrockenen Youngster abnimmt, sammelt sich in Ring 3 eine Gruppe „Freiwilliger“ zum Joggen, Fegen, Murmeln, an Gehhilfen laufen, stolpern, den Fußball dribbeln, um sich schließlich zur Gasse in oder ohne Bewegung zusammenzufinden. Die einzelnen Körmeister-Teams prüfen ihre Hovis im Wechsel, so dass auch für die Gruppe keine Langeweile aufkommt, denn mal kommt ein Rüde in VH3, dann z.B. eine Hündin in der Körung. Auch das Wetter ist abwechslungsreich und präsentiert sich wie im April, fast jeder Prüfling hat während seines Auftritts sowohl kräftige Regenschauer als auch wärmenden Sonnenschein.

 

Alle Hunde sind entspannter als die Hundeführer, freundlich und zeigen ein interessantes Repertoire an Problemlösungsstrategien, als Körhelfer Holger Grewe den bösen Mann darstellt. Auch der Schuss sorgt für keinen der Hovis dafür, dass die Prüfung nicht bestanden wird.

 

Der erste Tag der Veranstaltung geht nach einer schönen Siegerehrung für die Teilnehmer zu Ende …

 

Währenddessen macht sich das Team bereit, die Ringe für den nächsten Tag aufzubauen, aufzuräumen, die Richterhütte einzurichten, das Frühstück vorzubereiten und, und, und …

 

Müde kehren die Organisatoren und Helfer nach Hause zurück, um nach ein paar Stunden Schlaf aufzuwachen und zu sehen …

KAISERWETTER, die Sonne scheint !!!!!!!!!!!!!

 

Nach dem Aprilwetter des Körungstages werden wir von blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein überrascht. Dazu ein leichter, aber frischer Wind, ideale Bedingungen, die Fellnasen ins rechte Licht zu setzen und sie munter zu präsentieren.

 

Wieder liegt der Duft von Brötchen und frischem Kaffee in der Luft, es wird gefrühstückt, die ersten Teilnehmer melden sich an, Sonderausstellungsleiterin Sabine und die aus den Niederlanden angereiste Richterin Ans Schellekens lernen sich kennen und sprechen den Ablauf ab.

 

Der Platz füllt sich. Teilnehmer mit ihren Hunden, Fans, interessierte Zuschauer finden sich zu Grüppchen zusammen.

 

Von den angemeldeten Hunden werden schließlich 25 Rüden und 19 Hündinnen von der Baby- bis zur Veteranenklasse vorgestellt.

 

Die Jünglinge der Babyklasse bestechen mit ihrem Charme, in der Jugend- und Zwischenklasse wird schon viel Potential gezeigt. Zwei bildschöne Rüden laufen gegeneinander in der Championsklasse, unser tiefschwarzer Aemon von der Eifelbuche macht das Rennen. Dafür entscheidet der blonde Booker Bleik vom Silberdistelwald die Offene Klasse der Rüden für sich und wird schließlich BOS.

 

In der Veteranenklasse wird mit Caramadita vom Ellenbach eine wirkliche Grande Dame präsentiert. Unsere kleine Franka vom Peetzsee und Elly vom Pferdebach bekommen ein tolles V und Franka „Joy“ darf sogar auf Platz 4 der Jugendklasse. Cajou Wolf von Remaclus hat leider gar keine Konkurrenz, die sie herausfordern kann. Arya vom Basaltfeuer, eine kleine Blonde, wird Siegerin der Jugendklasse und bester Junghund. In der „Königinnenklasse“ gewinnt Felia ut'n Düvelsmoor, eine charmante schwarzmarkene Dame, von der die Richterin sehr begeistert ist. Felia wird auch der BOB dieser CAC.

 

Ja, die Richterin …, mit ihr haben wir einen Glücksgriff getan. Sehr ruhig, sehr sympathisch, mit gutem Blick, gründlich, immer ein nettes und freundliches Wort für Hund und Mensch, alle von ihr ausgeführten Bewertungen nachvollziehbar. Chapeau und Danke an Ans Schellekens!!!

Schon recht schnell nach dem Lauf um den BOB und BOS können die Teilnehmer ihre Urkunden, Pokale und die von der Fa. Naturavetal gesponsorten Geschenke in Empfang nehmen und nach Hause reisen.

 

Es bleibt danke zu sagen an Körmeister/innen, Körmeisteranwärterinnen, die Zuchtwartin, den Körhelfer, der netten und kompetenten Richterin, den tollen Teilnehmern und netten Gästen und allen lieben Leuten aus unserem Niederelvenicher Team, die vor und während der Ausstellung in der Küche, auf dem Platz, in den Ringen organisatorisch und kraftvoll anpackend zum Gelingen beigetragen haben.

 

Vielen Dank für dieses schöne Wochenende in Niederelvenich, es hat wie immer Spaß gemacht mit Euch!

 

Iris Jakob


10.09.2017 CAC


09.09.2017 Verhaltensprüfung


Verhaltensprüfung und CAC 2016


Rekordtage in Niederelvenich am 22./23.10.2016

 

Langes Warten, Siege und familiäre Atmosphäre

 

Es war ein Herbstwochenende, wie man es sich vorstellt. Das erste Laub färbte sich langsam in seine bunte Vielfalt, Nieselregen und Nebel gaben ein Stelldichein. Die Temperaturen eher winterlich. Wir, mit unserer sieben Monate alten blonden Hündin, unerfahren, neugierig und ein bisschen aufgeregt. Schon aus der Ferne sahen wir die Fahnen am Hundeplatz im Wind wehen. Ein sicheres Zeichen: „Hier ist was los.“ Die parkenden Autos und Wohnmobile verrieten natürlich das gleiche. Am ersten Tag waren es 71 und am zweiten über 90 Hunde, die ihre Leistungen abrufen und ihre Schönheit präsentieren sollten. Nicht ohne Grund sind die Körungs-Tage die wichtigsten im Vereinsleben des Hundeclubs Hundefreunde Niederelvenich. Von Verhalten II bis zur Körung von Rüden und Hündinnen stand am ersten Tag alles auf dem Programm.

 

Pünktlich waren wir an der Meldestelle und bekamen unsere Unterlagen. Ahnentafel und Impfpass gaben wir dafür ab. Man merkte sofort, dass der Verein Erfahrung in Sachen Körung hat. Wir starteten in der Klasse Verhalten II. Doch zunächst hieß es warten. Der Nieselregen legte sich langsam und die Veranstaltung begann. Peter Horstmann, Vorsitzender RG-West, begrüßte die Teilnehmer und stellte die Richter und Körmeister vor. Diese stellten sich wenig später in ihre Ringe – vier an der Zahl – und los ging es. Besitzer und Hovis zeigten sich von der besten Seite. Das Wesen und die Leistungsanlagen standen neben der Erscheinung des Hundes im Vordergrund.

Auch wir kamen nach einigem Warten an die Reihe. Cajou, unser Hovi-Mädchen, zeigte sich neugierig, aber nicht wirklich beeindruckt. Sie machte es gut und bekam Lob sowie Kritik. Als die 15 Minuten Beurteilungszeit vorüber waren, gingen wir aus dem Ring und waren mehr als zufrieden. Richtig stolz waren wir auf Cajou. Dann begann das Warten. Für uns Neulinge sehr ungewöhnlich, dass man seine Urkunde erst am Ende des Tages bekommt – ist im Hundesportbereich wohl üblich, für uns war es aber total zermürbend.

Um die Zeit zu überbrücken halfen wir bei den nächsten Verhaltensprüfungen, in denen der Hund durch joggende Menschen abgerufen werden und sich mit Herrchen oder Frauchen durch einen Menschen-Schlauch zwängen musste. Viele Helfer standen hier auch vom Verein zur Verfügung, aber auch Zuschauer sprangen ein, wenn mal jemand fehlte. Toll war, dass Richter Harald Eickhoff den helfenden Freiwilligen viel über seine Beurteilung verriet, sodass wir anfingen, die Hunde gedanklich mit zu bewerten. Wir für uns lernten: bis zur Körung muss Cajou noch viel lernen.

 

Man sprach miteinander, tauschte sich über die Hunde aus, ließ die vierbeinigen Racker weiter außerhalb des Hundeplatzes bei der Pipi-Runde spielen. Es war eine familiäre Atmosphäre und Konkurrenzdenken bekam man nicht zu spüren. Die ersten sprachen aus, was alle dachten: „Ganz toll, was die Niederelvenicher da gewuppt haben. Eine super Verpflegung und gut organisierter Ablauf haben dazu beigetragen, dass man sich „einfach nur wohlfühlen durfte“, erklärte später Claudia Scheffer. Ja, es war ein toller aber auch sehr anstrengender Tag für die Hovis und Besitzer, die abends in der Dunkelheit ihre Urkunden abholten. Gespannt waren wir nun auf den nächsten Tag.

 

Im dichten Nebel machten wir uns auf den Weg, während die Wohnmobil-Übernachter den ersten Kaffee tranken. Als wir ankamen, lag eine gewisse Ruhe über dem Vereinsgelände, wie man ihn früh morgens auch vom Campingplatz her kennt. Es war die Ruhe vor dem Sturm. Denn Hovi-Starts waren von der Veteranen- und Babyklasse über die Jüngsten-, Jugend- und Zwischen- sowie Gebrauchshundeklasse bis zur Championklasse sowie offenen Klasse angesagt. Waren es am Vortag schon viele vierbeinige Teilnehmer, wurde der Sonntag mit den Schönheits-Ringen zum Rekordtag für die Niederelvenicher. Und das Schöne: Der Nebel verzog sich und die Sonne ließ die gepflegten Felle der Hunde-Schönheiten erstrahlen. „Es war grandios! Wunderbare Hunde mit tollen Besitzern. Danke an alle, die so etwas möglich gemacht haben. Ganz großes Kino! Die Leistung des Teams Niederelvenich war überwältigend“, lobte anschließend Micha Schwenz.

Ja, es war für die Vorstandschaft des Hundevereins tatsächlich grenzwertig und anstrengend, aber als am Abend kurz vor 20 Uhr, unter Flutlicht, Chefrichter und Körmeister Stefan Damer die Pokale aushändigte, war die Stimmung großartig. Viel Applaus bekamen die Sieger und Platzierten. Noch mehr Applaus bekam das Orga-Team von Niederelvenich. Peter Horstmann erklärte: „Liebe Hundefreunde in Niederelvenich ich bin beeindruckt von eurer Energieleistung, die letztendlich dazu geführt hat, dass es zwei super Tage geworden sind. Die „Ehe" zwischen der HZD und den Vereinen, lohnt sich! Ihr habt einen sehr guten Job gemacht. Darauf könnt ihr alle stolz sein. Dafür noch einmal vom Vorstand der RG West: danke.“

 

Alle Teilnehmer waren sich einig: Das war der zweite fantastische Tag in Niederelvenich. Wir, als Hovi-Neulinge, waren total „geflasht“, so viele schöne Hunde auf einem Fleck, sieht man ja nicht so oft. Und das Tollste: unsere Cajou war einer davon. Denn zu unserem Erstaunen gewannen wir tatsächlich einen Siegerpokal. Das versöhnte uns tatsächlich dann auch mit der langen Zeit, die man auf dem Hundeplatz verbringen musste. Wir waren es schließlich nicht gewohnt. Andere Teilnehmer kannten das schon, und hatten sich entsprechend eingerichtet. Das soll aber dem Lob keinen Abbruch tun: Denise Gaudy formulierte es passend: „Es war schön im Kreis der HZD-Regionalgruppe West, wo zu spüren war, wie viel Herzblut fließt, und es war schön, alte Bekannte zu treffen und neue Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen. Dazu sind ja solche Schauen auch da.“ Da bleibt nun abzuwarten, was die nächste Körveranstaltung bringt. Eins steht fest: wir werden wieder dabei sein.

 

Christine Blödtner-Piske